Der Pantographe in Moutier muss in 20 Tagen per Gerichtsbeschluss geräumt werden : Ja, aber…

Die schlechte Nachricht vorweg

Die Firma Tornos ist am 31. März 2016 juristisch gegen den Betreiber des Pantographe in Moutier/JU, den Verein ‘Collectif pour la Culture’ vorgegangen. Sämtliche einvernehmlichen Lösungsvorschläge des ‘Collectif pour la Culture’ wurden von der Firma Tornos abgelehnt. Der Prozess vor Bezirksgericht wird als ein ‘einfacher Fall’ eingestuft: Der Besitzer ist im Recht und darf das Pantographe-Gelände (Junker-Areal) per sofort zurückfordern. Unsere idealistischen und sozialutopischen Antworten auf die ausschliesslich formal-juristischen Argumente der Tornos-Advokaten fanden bei der Richterin kein Gehör.

Das Privateigentum ist in der Schweiz unantastbar, das heisst, dass der Besitzer in jedem Fall im Recht ist, unabhängig davon, ob er sich gesetzeskonform oder nicht verhält. Das nicht eingehaltene Versprechen, die Liegenschaft an das ‘Collectif pour la Culture’ zu verkaufen, kann nicht als Argument gegen die Räumung geltend gemacht werden, da dieses Versprechen notariell nicht festgehalten worden ist. Damit werden unser Vertrauen und unsere Naivität bestraft.

Wir könnten uns damit begnügen, das Junker-Areal zu räumen, eingedenk dessen, dass ein laufendes Residenz- und Veranstaltungs-Jahresprogramm kurzschlussartig abgebrochen werden muss, ohne über die nötige Zeit zu verfügen, um an geeigneter Stelle ein neues Projekt starten zu können.

Aber es bleibt noch folgende Angelegenheit zu klären – 2012 forderte die Gemeinde Moutier das ‘Collectif pour la Culture’ anlässlich des MTAH-Pantographe-Konflikts auf, für die Summe aufzukommen, welche sie dem Musée du Tour für die Renovation des Nordflügels des Junker-Areals geliehen hatte. Dies bildete eine ‘conditio sine qua non’ für den Fortbestand des Pantographe. Auf das Versprechen der Tornos-Direktion, zu einem späteren Zeitpunkt das Junker-Areal kaufen zu können, sahen wir uns mit genügend Garantien versehen und haben für diese Summe bei der Stiftung ‘Pays des Merveilles’ einen Kredit aufgenommen. Ein Versprechen, dass dieselbe Direktion nun zurückzieht; Tornos wechselt die Richtungen wie andere ihre Hemden.

Im Gegensatz zu Tornos halten wir unser Wort und werden dafür sorgen, dass die Stiftung ‘Pays des Merveilles’  das geliehene Geld zurückbezahlt erhält. Herr Edelmann (CEO Tornos) hat uns versprochen, diese Angelegenheit mit der Stiftung ‘Pays des Merveilles’ zu besprechen, nachdem das ‘Collectif pour la Culture’ das Junker-Areal geräumt hat. Wir sehen uns aber leider nicht in der Lage, der Firma Tornos jegliches weiteres Vertrauen auszusprechen und uns ein zweites Mal über den Tisch ziehen zu lassen.

Wir haben daher am 18.5.2016 eine Unterredung mit Herrn Winistoerfer erbeten und der Gemeinde Moutier unsere Bedingungen wie folgt unterbreitet: Das Junker-Areal wird am 8. Juni 2016 wie per Gerichtsbeschluss festgehalten geräumt unter dem Vorbehalt, dass vor dem Räumungszeitpunkt die volle Summe von CHF 228’000.- auf dem Konto der Stiftung ‘Pays des Merveilles’ zurückerstattet wird.

Und nun die gute Nachricht!

Unter dem Namen ‘Moutstock’ lassen wir ein letztes Festival steigen und feiern vom 3.-8. 1/2 Juni die letzten Tage des Pantographe. Seid ganz herzlich dazu eingeladen, zum zuhören, zuschauen, mit- oder aufspielen – oder schlicht diese Augenblicke mit uns zu teilen!

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